Perecin setzte sich auf einen Knopf …

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Perecin setzte sich auf einen Knopf, und mit diesem Moment veränderte sich sein Leben jäh. Aus einem nachdenklichen, stillen Menschen wurde Perecin zu einem ausgemachten Tunichtgut. Er ließ sich einen Schnurrbart wachsen und schnitt ihn in der Folgezeit überaus ungleich, so dass die eine Schnurrbarthälfte immer länger war als die andere. Auch wuchs ihm der Schnurrbart irgendwie schräg. Perecin anzuschauen wurde unmöglich. Außerdem zwinkerte er widerwärtig mit einem Auge und hatte ein Zucken in der Wange. Eine Zeitlang begnügte sich Perecin mit kleinen Gaunereien: er verbreitete Klatsch, denunzierte, betrog die Straßenbahnschaffner, indem er für einen Fahrschein in allerkleinsten Kupfermünzen bezahlte und regelmäßig zwei, manchmal auch drei Kopeken zu wenig zahlte.

 * * *

Einmal ging ich aus dem Haus und ging in die Eremitage. Mein Kopf war voller Gedanken an die Kunst. Ich ging durch die Straßen, bemüht, die abstoßende Wirklichkeit nicht zu sehen.

* * *
aus: Daniil Charms „Die Kunst ist ein Schrank“, Friedenauer Presse Berlin, 1992

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