Hortulus von Walahfrid Strabo

Alles ist Bauch.

Alles ist Wanst.

Riesenhaft dehnt sich Fülle zu einem kolossalen Leib,

zu einem Riesenkürbis. 

(c) jbs

(c) jbs 2ooofünfzehn

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Walahfrid Strabo war ein Benediktinermönch, ein Dichter, Botaniker und Diplomat und lebte von 808/809 bis 849 n.u.Z..

Der „Hortulus“ ist die erste Kunde vom Gartenbau in Deutschland. In 444 Hexametern werden 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen beschrieben, die noch heute die Gärten bereichern, siehe auch hier .

Am 18. August 849 ertrank Strabo in der Loire auf einer Gesandtschaftsreise zu seinem ehemaligen Schüler Karl.

In Wikipedia lese ich, dass Walahfrid zu den bedeutendsten Dichtern der karolingischen Renaissance gehört. In seinem Gartengedicht „Hortulus“ findet man zum Kürbis u.a. diese Textstelle:

Abwärts gebogen an schmächtigem Stiele hängen die Früchte,
tragen am schlanken, länglichen Halse gewaltige Körper;
riesenhaft dehnt sich die Fülle sodann zum gewichtigen Leibe,
Alles ist Bauch, und alles ist Wanst. Und im Kerker der Höhlung
Nähren, geordnet in Reih und Glied, sie zahlreiche Kerne
Fruchtbar verheißen sie dir entsprechend üppige Ernte .
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Das Tal des Espingo

Paul Heyse

Das Tal des Espingo

1. Sie zogen zu Berg, an den Bächen dahin,
Maurisches Volk, reisig und stolz,
Auf Kampf mit den Franken stand ihr Sinn,
In Fähnlein ging’s an den Bächen dahin,
Drin Schnee der Pyrenäen schmolz.

2. In der feuchten Schlucht ihre Mäntel wehn,
Scharf von den Höh’n tönet der Wind.
Ihre Lanzen drohn, ihre Augen spähn;
Kein baskischer Hut in den Klippen zu sehn,
Und die Baskenpfeile die fliegen geschwind.

3. Sie reiten über den ganzen Tag
Traurigen Pfad, hastigen Ritt.
Endlos dünkt sie der Tannenhag,
Und das Maultier braucht schon der Geißel Schlag,
Und das schnaufende Roß geht müden Schritt.

4. Da neigt sich der Weg. Aus den Klüften wild
Plötzlich gesenkt führt er zu Tal.
Da liegt zu Füßen, ein schimmernd Bild,
An die Berge geschmiegt das weite Gefild;
Falter fliegen im Sonnenstrahl.

5. Der Abend wie lau, und die Wiesen wie grün!
Ulmengezweig wieget die Luft.
Jasmin und gelbe Narzissen blühn
Und die Halden entlang die Rosen glühn –
Die Näh’ und Weite schwimmen in Duft.

6. Da wird den Mauren das Herz bewegt.
Seliger Zeit gedenken sie,
Wo sie Haurans schlanke Gazelle erlegt,
Wo sie Märchen gelauscht und der Liebe gepflegt
Und die Rosen gepflückt von Engadi.

7. Und sie steigen hinab, und es lös’t sich das Heer.
Liebliche Luft säuselt sie an:
Wie in Rosenhainen um Bagdad her,
Wo die Schwüle lindert der Hauch vom Meer,
So haucht aus dem Grunde der See heran.

8. Ihre klugen Sorgen – wie bald sie vergehn!
Waffen und Wehr werfen sie ab.
Ihre Sinne berauscht wie von Wiedersehn;
Sie schweifen umher, wo die Rosen stehn,
Sie tauchen zum Bad in den See hinab.

9. O Heimatwonne! die Wachen im Zelt
Lauschen mit Neid dem Jubel umher.
So friedlich dünkt sie die schöne Welt,
Es lockt sie hinaus in das duftige Feld,
Und die wachen sollen – sie wachen nicht mehr.

10.Sie wachen nicht mehr. Es wacht in der Nacht
Tücke, der Nacht lauerndes Kind.
Sie schleicht sich hervor aus der Waldung sacht,
Sie kriecht zu den Zelten – habt Acht, habt Acht!
Die Baskenpfeile die fliegen geschwind.


11. Zu spät! Zu nah grause Gefahr.
Waffententblößt, unter Rosenrot
Zu Boden sinken sie Schar um Schar.
O seliger Traum, der so tückisch war!
O Heimatwonne, du brachtest den Tod!

In der Halle des Bergkönigs – Edvard Grieg

Ein Teil des Textes der Strophe von Henrik Ibsen:

(Die Troll-Höflinge):
Slagt ham! Kristenmands søn har dåret. Dovregubbens veneste mø! Slagt ham! Slagt ham!
Tötet ihn! Der Christensohn hat des Bergkönigs schönste Tochter verhext! Tötet ihn! Tötet ihn!
(Ein Troll):
Må jeg skjære ham i fingeren?
Darf ich ihm die Finger abhacken?
(Ein anderer Troll):
Må jeg rive ham i håret?
Darf ich ihn an den Haaren zerren?
(Ein Troll-Mädchen):
Hu, hej, lad mig bide ham i låret!
Hu, hey, lass mich ihn in die Hüften beißen!
(Eine Troll-Hexe mit einem Kochlöffel):
Skal han lages til sod og sø?
Soll ich ihn in der Brühe kochen?
(Eine andere Troll-Hexe mit einem Fleischermesser):
Skal han steges på spid eller brunes i gryde?
Soll er am Spieß braten oder in der Pfanne braun werden?
(Der Bergkönig):
Isvand i blodet!
Ruhig Blut!

Eine sehr eingehende intensive musikalische Komposition zu dem Ibsentext. Das Musikstück kenne ich aus den siebziger Jahren als Untermalung zum Märchen Rübezahl auf EUROPA-Schallplatten.rübezahl