brömstrup [4]

brömstrup [4]

im vorübergehen entdeckt brömstrup eine schafherde. ungezählte wollkugeln trippeln über wachholderheiden zum stall ins tal. der alte sommer, er lodert in felsenbirnen und schwarz-weiß gescheckte rüden kläffen stakkato-artig in den aufsteigenden rauch duftender kartoffelfeuern. vor brömstrups stiefeln flunkern plötzlich silberdisteln im licht und brömstrup begreift, wenn man sieht, vorausgesetzt dass man sieht, dann sieht man weiter, weiter als das sichtbare.

jbs 2tausend16

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stante pede

 

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[archivarisch]

stante pede

stante pede eilt er, meist
in stürmischer fahrt, knapp
unter die holzbeugen und im haus
wärmt der ofen

ein leben erzählt
von vergangenen zeiten
im takt schnurrender samtpfoten
geschichten vom spinnen und weben
abläufe gewisser bewegungen
wandlungen mit neuem gesicht

unter gewendeter erde, verdeckt
im schutz der schollen
keimen tage erneut

jbs 2tausend11

brömstrup (3)

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(c) jbs 2tausend16

brömstrup (3)

kalme am see. fast. brömstrup überspringt mit weitem bein zahllose buhnentrümmer. abendspaziergang am ufer des gewässers – ein himmel, vom sturm frei gefegt, umhüllt lautlos, grau schimmernd, nicht nur seinen tag. auch den des seglers, der in sanfter dünung flagrant richtungslos dümpelt. brömstrup brummelt in seinen bart: den guten steuermann lernt man erst im sturm kennen – gibt handzeichen und folgt unsichtbaren spuren. gen bodman weben glocken ihr geläut in hohe stille pappeln.

© jbs

brömstrup (2)

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(c) jbs 2tausend16

brömstrup entdeckt traumbilder im glas. sie fahren durch ihn hindurch. kurzes zögern – zwischen nicht und noch nicht ganz. ach, denkt brömstrup, ach, von zeit zu zeit braucht der mensch einfach einen traum und schließt seine augen. dreimal vertraut er dem kompass und dreimal fliegt er knapp am nordkap vorbei. niemand klopft ihm auf die linke Schulter. brömstrup blinzelt, reibt sich die augen und taucht ein in das, was man leben nennt. und plötzlich weiß er, wo die straße endet.
jbs

Oh-stsee

Angelehnt an Arno Holz
An der Ohstsee
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Blick auf die Kieler Förde 2tausend16

An der Ohstsee, auf einer Bank, sitz ich und rauche; und freue mich über die schöne Vormittagssonne. Vor mir, glitzernd, die Förde: den Himmel spiegelnd, beide Ufer mächtig schaukelnd. Über die Brücke, langsamer Schritt, reitet eine Strandläuferin. Unter ihr, zwischen den dunklen, schwimmenden Buhnen, pfropfenzieherartig ins Wasser gedreht, – den Kragen siegellackrot – ihr Spiegelbild. Der Ruf des Großen Knutt. Ein leises Pfeifen.