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Worauf warten wir denn noch?!

Susanne Dohrn Autorin

(c) jbs 2017 Frankfurter Buchmesse Journalistin Susanne Dohrn im Gespräch mit der Bundesumweltministerin Barbara Hendricks – „Politik trifft Buch“ am Stand des vorwärts.

Film: Das Ende der Natur

Ein interessanter 6-minütiger Filmbeitrag zu dem Buch  „Das Ende der Natur – Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür“ von Susanne Dohrn.
Früher war die Windschutzscheibe schnell voll von Insekten. Heute nicht mehr. Das Buch „Das Ende der Natur“ beschreibt, wie die industrielle Landwirtschaft unsere Artenvielfalt zerstört. NDR-Fernsehen – Kulturjournal

Zitat Deutschlandfunk Kultur:

In ihrem Buch „Das Ende der Natur“ beobachtet die Journalistin Susanne Dohrn, wie Falter, Bienen, Gräser und Kröten immer weniger werden – und schildert die Ursachen für das Artensterben vor unserer Haustür.

Journalistin Susanne Dohrn hat sich entschieden, ihren Standard-Rasen im Garten gegen eine wild wachsende Wiese einzutauschen – voller Kräuter, verschiedenster Gräser und Blumen. „Ich wollte ein Zeichen setzen und sagen: Guck mal, es geht auch anders.“ Gegen die großen Monokulturen in unserer heutigen intensiven Landwirtschaft lasse sich allerdings wenig ausrichten.

Artensterben auf den Äckern

Denn die Hälfte von Deutschlands Fläche werde landwirtschaftlich genutzt. „Und das ist das, wo sich früher über die Jahrhunderte, Jahrtausende Vielfalt abgespielt hat, auch den Äckern, auf den Wiesen, auf den Weiden.“ Da habe man bis zu 100 verschiedene Pflanzen auf einem Quadratmeter gefunden. Und heute? „Zwei Sorten Weidegras und vielleicht noch Klee. Und das ist alles.“

In ihrem Buch „Das Ende der Natur“ beschreibt Dohrn, was auf ihrer Wiese so alles wuchert – und schildert die Ursachen für das Artensterben vor unserer Haustür.

(lk)

Zu dir

Zu dir

Sie sprangen aus rasender Eisenbahn

Und haben sich gar nicht weh getan.

 

Sie wanderten über Geleise,

Und wenn ein Zug sie überfuhr,

Dann knirschte nichts. Sie lachten nur.

Und weiter ging die Reise.

 

Sie schritten durch eine steinerne Wand,

Durch Stacheldrähte und Wüstenbrand,

Durch Grenzverbote und Schranken

Und durch ein vorgehaltnes Gewehr,

Durchzogen viele Meilen Meer. –

 

Meine Gedanken. –

 

Ihr Kurs ging durch, ging nie vorbei.

Und als sie dich erreichten,

Da zitterten sie und erbleichten

Und fühlten sich doch unsagbar frei.

 

Joachim Ringelnatz (1883 -1934)

Gewisse Ehepaare

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Gewisse Ehepaare

von Erich Kästner

Ob sie nun gehen, sitzen oder liegen,
sie sind zu zweit.
Man sprach sich aus. Man hat sich ausgeschwiegen.
Es ist soweit.

Das Haar wird dünner, und die Haut wird gelber,
von Jahr zu Jahr.
Man kennt den andern besser als sich selber.
Der Fall liegt klar.

Man spricht durch Schweigen. Und man schweigt mit Worten.
Der Mund läuft leer.
Die Schweigsamkeit besteht aus neunzehn Sorten
(wenn nicht aus mehr).

Vom Anblick ihrer Seelen und Krawatten
wurden sie bös.
Sie sind wie Grammophone mit drei Platten.
Das macht nervös.

Wie oft sah man einander beim Betrügen
voll ins Gesicht!
Man kann zur Not das eigne Herz belügen,
das andre nicht.

Sie lebten feig und wurden unansehnlich.
Jetzt sind sie echt.
Sie sind einander zum Erschrecken ähnlich.
Und das mit Recht.

Sie wurden stumpf wie Tiere hinterm Gitter.
Sie flohen nie.
Und manchmal steht vorm Käfige ein Dritter.
Der ärgert sie.

Nachts liegen sie gefangen in den Betten
und stöhnen sacht,
während ihr Traum aus Bett und Kissen Ketten
und Särge macht.

Sie mögen gehen, sitzen oder liegen,
sie sind zu zweit.
Man sprach sich aus. Man hat sich ausgeschwiegen.
Nun ist es Zeit …