Ausgang – Theodor Fontane

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(c) Hans Ludwig Pfeiffer – Das Versinken im Alter – 1974

Ausgang

Theodor Fontane

Immer enger, leise, leise
Ziehen sich die Lebenskreise,
Schwindet hin, was prahlt und prunkt,
Schwindet Hoffen, Hassen, Lieben,
Und ist nichts in Sicht geblieben
Als der letzte dunkle Punkt.

Flaneur von Franz Hodjak

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Flaneur

Schon wenn du um die nächste Ecke
biegst, bist du ein anderer, eine Art
Deserteur aus einem Gleichgewicht, das

es noch zuvor gab. Der Himmel ist
anders eingegrenzt, die Demonstranten
wirken entschlossener, obwohl das Ziel

genau so vag ist wie in der Straße, aus
der du gerade abgebogen bist. Die Madonna
spricht spanisch, und eine Dohle setzt sich

auf einen verlorenen Damenschuh, als wollte
sie ein Stück Einsamkeit abwenden. Die Musen
sind mit Bombenanschlägen beschäftigt. Das

Haarstudio heißt Salon für Haararchitektur.
Begnadete Reporter fragen, ob jemand eine
Reise in die Welt Wassili Kandinskys gewinnen

möchte, außer einem Schwulen will das
niemand. Die Erhabenheit wedelt sich Genialität
zu, mit chinesischem Fächer, ein Sinnbild

des freien Marktes. Nach jeder Ecke
sind es stets andere Leben, in die du
eintrittst und die nicht dir gehören, sondern

den Gegenständen, Ereignissen, Vorgängen,
deren Anblick dich verwandelt.

aus: Franz Hodjak

[ Sonnenverschlupfer ]

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(c) jbs 2tausend17 „Ein Sonnenverschlupfer“

Heinrich Heine

Das Fräulein stand am Meere

Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! Sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.

(1844)

Und ich frage …

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… die Politökonomen, die Moralisten, ob sie jemals die Zahl der Individuen errechnet haben, die zum Elend verdammt sind, zur ungleichen Arbeit, zum moralischen Verfall, zur Unmündigkeit, zur erschreckenden Unwissenheit, zur völligen Entbehrung, zum ewigen Unglück, um einen Reichen zu produzieren. Almeida Garrett
Zitat aus: “Hoffnung im Alentejo” José Saramago