wintersee & haiku 134

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haiku 134

kalt ist es am see
auf sandbänken und stegen
vogelkonferenz

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haiku 133

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mittelmeerwasser

blautürkishellblaugraugrau

unendlicher blubb

jbs 2tausend19

was gestern war, was heute ist […]

Heute Abend kruschtelte ich mich durch mein Bücherregal und entdeckte dabei Lebenserinnerungen von Georg Reichert ( 1919-1997), einem fränkischen Mundartdichter. Das kleine Büchlein ist minimal größer als ein Reclamheftchen, aber sein Inhalt!
Reichert war ein Bauer der Verse schrieb.
Reichert veröffentlichte 12 „Büchla“ und erhielt 1983 für sein Engagement für die fränkische Sprache das Bundesverdienstkreuz am Bande.

1940 musste er als Soldat in den Krieg. 1941 kam er nach Rußland. Er schreibt:

[…] Dieses unwirtliche Land, die Strapazen, Entbehrungen, dazu die Grausamkeiten des Gegners und die Sorge, ihm doch nicht in die Hände zu fallen, lasteten schwer auf Herz und Gemüt. Doch als ich mit Gottes Hilfe diesen schrecklichen Krieg überstanden und mich zu Hause wieder eingelebt hatte, kehrte auch die Lust zum Reimen wieder. Es regnete, ich lag wach im Bett und hörte, wie das Wasser in die Dachrinne tropfte, und schnell entstanden die Verse:

Leise fällt der Regen nieder,
in meiner Kammer lieg ich wach,
und ich hör, wie früher wieder;
wie es tropft vom Dach.

Jahre ist es nun leergestanden
mein so trautes Kämmerlein,
während ich in fremden Landen
schlief gar oft auf hartem Stein.

Weitere Worte habe ich nicht in Erinnerung. […]

Reichert schreibt auf den weiteren Seiten viel von seinen Kriegserlebnissen, die mich als Leserin sehr nah an das Erlebte führen. Er steht der Kriegsmaschinerie sehr kritisch gegenüber und wieder zurück auf seinem Hof, durfte er nach Kriegsende doch einmal erleben, dass ein gutes Dutzend seiner kurzen Reime mit der Überschrift „Allerlei Wahrheiten über den Menschen“ ( Betrachtungen eines schlichten Zeitgenossen für besinnliche Sonntagsleser) in einem in Erlangen erschienen evangelischen Gemeindeblatt abgedruckt wurden. Und … er erhielt sogar 20 Mark dafür.
Der unten zitierte Reim stammt daraus.

***
Was gestern war, was heute ist,
schon morgen diese Welt vergisst
und fällt, wie kann’s drum anders sein
auf alte Fehler neu herein.
***

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Blätterwald im Moni Asomaton, Klosteranlage im Amaribecken, Südkreta, 2018.

jbs

Die kursiv gehaltenen Zeilen stammen aus dem Buch:
Ein Bauer schreibt Verse – Lebenserinnerungen eines fränkischen Landmannes
Georg Reichert
TV Satzstudio GmbH, Neidhardswinden 63, 8535 Emskirchen, 1988

weihnachtsbummel durch die lieblingsstadt

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Wenn die Weihnacht kommt, soll man sich fragen,
ob’s nicht besser wär‘
und nicht so schwer,
wenn der Friede nicht nur an den Feiertagen,
sondern alle Zeit auf Erden wär‘.
– Max Dauthendey –

Friedliche und zufriedene Weihnachten, liebe schriftwechsel-Leserinnen und – Leser! Rutscht gut ins neue Jahr 2019 hinein!
Ich freue mich auf ein Wieder-lesen, Wiedersehen, hier auf meinem Blog.
Eure janette Bürkle alias schriftwechsel