haiku [ 158 ]







brömstrup und klostermann hatten sich aus den augen verloren. war das auch ein wunder? die luft war rauh wie eine bürste und die hausdächer des winzigen weilers duckten sich tief unter ihre traufen. schmiegten sich an benachbarte ställe, aus denen heller atem stieg.
der eine ging richtung winterstille weiter, über vergessene felder, auf denen verhutzelte kohlköpfe, bemützt in reih und glied standen. klostermann suchte das zurück zum ausgangspunkt. und der andere, brömstrup, der klopfte an eine uralte eichentür. geheimnisvolle zinken erweckten sein interesse. war schon vor ihm jemand am haus gewesen? brömstrup schaute sich um. rechts. links. hinter sich. auch um ihn herum – winterstille. der horizont hatte klostermann verschluckt. genau in dem moment öffnete sich das haus. zwei augen, vielleicht genauso alt wie die eichenbohlen, schauten brömstrup direkt ins gesicht. hinter der greisin, aus der warmen stube heraus und hinein in die fahle landschaft, gellte ein wasserkessel. die alte winkte und neugierig auf neues stieg brömstrup über die türschwelle.

rauch über dem dach
in der stube am kamin
singt ein samovar

jbs 2021

whale rider

Künstlerin: Magdalena Graf, 2017
(c) photo by jbs, 2021

haiku [153]

mystische laute
unter einem wellenkamm
buckelwalgesang

jbs 2021

Vor mehr als tausend Jahren soll ein legendärer Walreiter das Meer überquert und den Ort Whangara an der neuseeländischen Küste gegründet haben. Mit Paikea, Pai genannt, erhält zum ersten Mal ein Mädchen den Namen des Walreiters – entgegen der Tradition. – Der neuseeländisch-deutsche Film (2002) basiert auf dem Roman „The Whale Rider“ von Witi Ihimaera. ( Zitat aus ARTE-TV )

Auf „ARTE“ bis zum 25.02.2021 noch aufrufbar:
https://www.arte.tv/de/videos/036114-000-A/whale-rider/