[magistrale]

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(c) jbs 2tausend17

magistrale
hinter den stationen
alte bilder von dünen
und deichen
unvermittelt
bleibt man
dort zwischen kargen hügeln
allein
beharrlicher abschied
flüchtige ankunft
und immer wieder
kehrt man zurück
zu den fußnoten
der fata morgana
dort pinseln gaukler
bilder auf pfützen
narren führen
hinter das licht
ungeachtet jedoch
passiert ein lichtstrahl
das ziel
hinter den gleisen
ruht der mistral
tritt ein
in das gezirpe der zikaden
in das kecke blau
des himmels
während die ähren
am anderen ende
brennen

jbs2tausend17

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pausenlyrik

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(c) jbs 2tausend17

pausenlyrik

im sessel

irgendwann
im laufe der tage
wenn letzte Zigaretten glimmen
und rote laternen feurig zucken
zerfranste farne am mauerrand
zum angelus zittern
treibt spät aufkommender wind
entferntes lachen an dein ohr
und
tiefer sinkst du
in weiche mulde

parfümiertes leder goutiert
im laufe der tage
vergilbte fahrpläne
die zwischen deinen fingern
zu bröseln zerfallen
während
charon geduldig wartet

aber noch
noch schläft sein obolus
und du
du malst schattenspiele
an die wand

(c) jbs

haiku 112

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(c) jbs 2tausend17  //vertrocknete Salbeiblätter//

haiku 112

blattskelette –

versteckt hinter feldmauern

brütet der zilpzalp

jbs 2tausend17

Im Frühjahr steht der Gärtner im Beet und schaut nach dem Rechten. Seinem Blick entgeht nichts. Er sieht den alten Kräuterstrauch an der Feldmauer, darunter vertrocknete Salbeiblätter, die sich wie ein filigranes Maschenwerk darstellen. Nach dem Winter ist der Salbei vertrocknet und zerbröselt.

Das Nest des Laubsängers wird nicht selten auf, aber überwiegend niedrig über dem Boden errichtet. Und der brütende Zilpzalp deutet auf den Frühling hin.

nördliche flugschrift

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nördliche flugschrift

nördliche flugschrift – nur so?

maulwürfe stechen

in see.

entpuppen sich

im licht

der wellen

dicht über dem meeresgrund.

blau –

pause.

 

© jbs 2tausend17