winterlich[t] II

spätherbstreise gen winter. reußenstein rundherum im detail. es war ein herrlicher wandertag über den wolken. brömstrup hätte es sehr gefallen.

Puten im Rampenlicht

Das war eine ganz besondere Begegnung! Die zwei Puten stolzierten in aller Ruhe über eine Straße in der Nähe des Kaps von Trio Petra, pickten hier, tranken dort, um dann endlich nach der Überquerung des Asphalts auf ein Mäuerchen zu fliegen. Im Federrücken die warme Wand einer kleiner Kapelle. Nachts, auf der Rückfahrt, saßen die zwei immer noch auf der Mauer und wenn man sie nicht schon am späten Nachmittag gesehen hätte, die Phantasie wäre mit mir durchgegangen.

brömstrup [10]

nur licht.

im übermaß.

eine türkisblaue brandung ist baiserverziert und liefert brömstrup täglich ein großleinwandaquarell.
gen land stolpert brömstrup über steine! steine, steine, steine! billiarden steine. felsen. schluchten. felsbuchten. statt getreide auf den feldern: steine! faustgroß. steinumschlossene hochtäler. brömstrup lässt seinen blick weiter schweifen und wandert durch silbrige olivenbaumplantagen. er bestaunt knorrig verdrehte stämme. in einer länglichen stammhöhle schmiegt ein alter faltiger schäfer seinen rücken in das innenleben des noch älteren. er verwächst mit dem stamm. jetzt! bewegt der alte seine augenlider? brömstrup ist sich nicht sicher. hat er baumbart auf kriti wieder gefunden?
in klippennähe ausgetrocknete riesenfenchelhalme. sie rasseln mit ihren samen. das gefällt nicht nur dem scirocco. darüber immer wieder aufsteigende turmfalken. lautlos lassen sie sich über klippen tragen. ein schwarzkehlchen beobachtet von hoher dornenbuschspitze aufmerksam die gegend und irgendwo aus der ferne, hört brömstrup glocken. leises gebimmel. dort wird wieder eine schafherde unterwegs sein, stellt er fest, auf der suche nach nahrung. brömstrup wundert sich immer wieder, wie die unzähligen wolllieferanten satt werden können. karge böden, auf denen fast nur steine wachsen! und nachwuchs haben die vierbeiner im gepäck. sozusagen.
schafdialoge im freilufttheater: lämmchen ruft in zarten doch ängstlichen höchsten tönen ununterbrochen nach seiner mutter. und aus einer ganz entfernten ecke, hinter geländewellen und felsen blökt es in abständen zurück. und wenn sie sich wieder gefunden haben, dann wird erst einmal milch geliefert, bevor sich die vierbeiner erneut auf strecke machen.
brömstrup wird müde vom schauen und gehen. und er setzt sich. schmiegt sich an einen alten verknorrten baumstamm. zwei oliven fallen in seinen schoss. die eine ist grün, die andere blauschwarz. und schon fegt scirocco heran. fächelt heißen wüstenwind um brömstrups stirn. brömstrup schließt seine augen und kriecht im schatten tausender silberblätter in sich selbst hinein. 

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Imbrosschlucht – Steintor 2019

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Steine – Steine. 2019

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Südkreta – 2019

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Baiserwoge – Trio Petra – Kreta 2019

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Riesenfenchel 2019

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Riesenfenchel 2019

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Nach ewig langem Geblöke hatte das Lämmchen endlich seine Mutter wieder gefunden. Kreta 2019

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Olivenbaum am Kedros – Kreta 2019

brömstrup [9]

brömstrup [9]
vor zwei uhr mittags im september stiefelt brömstrup durch den wald gen imker in den nachbarort. die luft ist ruhig. und brömstrup ohne hut. weit voraus schweift sein auge, erhascht ab und zu den wächter des waldes. blau schillern dessen federchen am flügelbug. kein zweifel. es ist der gescheite waldvogel, der ihn beobachtet, begleitet. es ist der hervorragende imitator verschiedenster vogelstimmen. ein eichelhäher. immer wieder kreuzt er brömstrups weg. brömstrup blinzelt. sonnenstaub kitzelt seine nase, während sein blick gen laubdach steigt. und dabei entdeckt er erstaunlich schönes. über und übervoll hängt es von den baumkronen. blattgold. in hülle und fülle. herbst steigt über die zäune und golden schimmert die ferne.
jbs 2tausend19