brömstrup oder sechs tage nach äquinoktium

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sechs tage nach äquinoktium fliegt brömstrup durch die nacht. hoch in den norden. gen polarlicht. brömstrup betritt eine unbetretende stelle und kann beobachten, wie das leuchten durch einen hin und her geworfenen walross-schädel beim ballspielen entsteht. er schlägt seine beine übereinander. und denkt. denkt über das gesehene nach. aber ohne ergebnis. und die elche werden melancholisch. und brömstrup weiß nicht, wie er sie erheitern soll. am see mälaren jedoch, im schwedischen mariefred in der gemeinde strängnäs begreift brömstrup. endlich weiß er: solang man auch trödelt, es wird nicht früher.
jbs 2tausend18

 

 

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maskerade 2008

2008 veröffentlichte auf meinem alten Blog lou-salome eine kleine Erzählung, die zum Thema „Kommunikationspsychologie“ passen sollte. Da die twoday-ära zu Ende gegangen ist, versuche ich, bevor sich der Weblog Hosting Service vollständig vom Netz verabschiedet, noch das eine und andere Geschriebene auf schriftwechsel hinüber zu retten.

Maskerade
jbs 2008

Plötzlich geht das Deckenlicht an. Sie wird wach, blinzelt auf die Armbanduhr.
4:30 Uhr.
Durch halb geöffnete Augen schaut sie zum Abteilfenster hinaus, sieht ihr Spiegelbild, schemenhaft. Draußen fliegt die Landschaft in rabenschwarzer Nacht vorbei. Nur ab und zu leuchtet ein einsames Licht auf, vielleicht von einem Gehöft oder einem Bahnwärterhäuschen. Sterne stehen zitternd am Himmel und das regelmäßige Rauschen des Zuges lässt sie wieder einschlafen.

„ Ist hier noch ein Platz frei?“
Julia fährt erschrocken aus dem Sitz hoch, verschlafen erwidert sie, das man das doch sehen würde. Ohne ihr Gegenüber weiter zu beachten, sinkt sie in ihre warme Mulde zurück.
„ Julia?!“
Diese Tonlage. Bekannt, vertraut.
Julia lässt ihre Augen geschlossen.
Ich träume. Es ist nur ein Traum, denkt sie.
„Julia!“
Langsam bilden ihre Lippen einen Namen.
„ Akbar?!“
„ Ja, ja! Wenn das kein Zufall ist!“
Julia lacht, unsicher.
Akbar nimmt ihre Hände in seine, setzt sich ihr gegenüber.
„ Zwölf Jahre, Julia! Zwölf Jahre! So lange haben wir nichts voneinander gehört. Uns nie wieder gesehen. Was hast du in dieser Zeit gemacht? Hast du geheiratet? Hast du Kinder, eine Arbeit?“
„ Mach langsam Akbar. Eins nach dem anderen. Ich habe keinen Mann, keine Kinder. Aber Arbeit.“
„ Wie? Du hast keinen Mann?“
„ Hatte keine Zeit einen kennen zu lernen. Zu viel zu tun, weißt du, von morgens bis spät abends. Gibt immer massig viel in meiner Buchhandlung zu arbeiten.“
„ Eine Buchhandlung! Glückwunsch! Dann hast du es geschafft und dich selbstständig gemacht. Julia! Ich freue mich für dich!“
Seine Finger ziehen langsam in ihren Handflächen die Lebenslinien nach. Er sieht nicht, wie Julia rot wird.
„ Und jetzt? Wohin fährst du? Nach Kiel? Nach Hause?“
„ Ja, ich muss mal raus. Auf andere Gedanken kommen. Ans Meer. Und du Akbar, was machst du im Zug nach Hamburg? Hast du denn wenigstens geheiratet? Und was ist aus deinem Studium geworden? Bist du damit fertig? Und weißt du, das du immer noch so gut aussiehst wie damals!“

Betörend klingt ihre Stimme in seinen Ohren. Patchouli kitzelt seine Nase. Er mag sie immer noch. Und wenn er sie jetzt fragen würde? Lieber nicht, sie würde bestimmt wieder gehen, so wie vor zwölf Jahren.

„Nun,“ zieht er seine Antwort in die Länge. „ Ich, ich habe mein Studium beendet. Bin jetzt Agrarler und arbeite seit einiger Zeit als wissenschaftlicher Berater.“
„ Fantastisch! Genau das, was du immer wolltest.“ Julias Müdigkeit ist weg. Ihre Finger ziehen nun seine Lebenslinien nach. Kein Ring stört sie dabei.

Warum hatte sie damals nur nicht den Mut einen Iraner zu heiraten? Er war doch ein sehr moderner Moslem.
Sie erinnert sich an den Sturz von Reza Pahlevi, Schah von Persien. Wie Chomeni und seine Mullahs neunzehnhundertneunundsiebzig die Regierungsgeschäfte übernahmen. Und diese furchtbar endlosen Diskussionen iranischer Studenten. Rückkehr in die Heimat oder Widerstand aus dem Ausland? Es machte ihr Angst. Würde Akbar zurückgehen und sie müsse dann mit? Den Tschador wie eine Larve tragen und die fremde Sprache nicht verstehen? Unvorstellbar! Ihr modernes Leben in Europa, die Familie und die Freunde für ihn aufgeben? Das konnte sie nicht. Sie hatte Akbar aber überhaupt nicht gefragt, ob er in den Iran zurück wolle. Feige hatte sie ihn einfach verlassen.
Und jetzt ist alles zu spät, denkt sie. Nach so einer Demütigung würde er nie mit mir einen Neuanfang wagen. Außerdem ist er jetzt Akademiker, seine Welt ist eine völlig andere als meine jetzt.

„ Und? Ist dir die Richtige über den Weg gelaufen, Akbar?“
„ Schwierig, sehr schwierig. Die, die ich haben möchte ist schon verheiratet. Und die, die mich haben will, mag ich nicht.“
Wie soll ich ihr sagen, dass sie meine Traumfrau war, es gab nie Platz für eine andere. Sie wird es mir nicht glauben. Wird mich auslachen. Und sagen: So etwas gibt es nicht. Und dann jetzt ihre Selbstständigkeit, eigene Buchhandlung, da passt ein Mann wie ich nicht hinein.
„ Da sagst du ein wahres Wort. Entweder Karriere oder Partnerschaft.“

Akbar zieht eine Tüte Pistazien aus seinem Aktenkoffer. Langsam füllt er die linke Hand mit den salzigen Nüssen. Klappernd fallen ein paar auf den Boden. Julia bückt sich, versucht die Knabbereien zu retten. Sie bemerkt nicht, wie auch Akbar sich hinunter beugt, um ihr zu helfen. Gleichzeitig heben sie ihre Köpfe, sind auf Augenhöhe.
Orient trifft Okzident.
Wimpernschlaglänge.
Lippenrot.
Zu nah.
Und …

Mit einem kräftigen Ruck hält der Zug. Hamburg Hauptbahnhof.
Endstation für Akbar.
Widerwillig stößt er sich aus dem Sitz, stolpert über ihre Beine. Julias Hände verhindern den Sturz.
Er müsse aussteigen, er kann nicht weiter fahren, der wissenschaftliche Auftrag, um 9:00 Uhr sei die erste Sitzung.
Er drückt Julia die Tüte Pistazien in den Schoß.
„Akbar!“ Wenn er jetzt etwas sagen würde, dann… .
… viel Glück! Und was für ein Glück, dich wiedergesehen zu haben! So unverhofft.“

Akbar zieht die Abteiltür auf, Julia begleitet ihn zum Ausstieg.
„ Alles Gute in Kiel! Und nur Sonne, keinen Regen. Und natürlich Wind!“
Den liebte sie, das hatte er nicht vergessen.
„ Ja, auch dir viel Glück. Und danke, viel Glück!“
Sie reicht ihm die Hand durch die Tür. Er hält sie fest umschlossen. Sie winken sich nicht zu. Augen vertonen ihre Gefühle, so lange es geht. Schrilles Pfeifen, mechanisches Stimmengewirr aus den Lautsprechern, die Schiebetür gleitet geräuschlos ins Schloss.

Auf dem beleuchteten Bahnsteig verschwindet Akbar in einem Panoptikum von Masken. Sie ziehen vorüber, Frauen mit grellen Strähnen, kugelige glänzende Köpfe ohne Haarwuchs, uniformierte Bahnpolizisten, von Hals bis Fuß tätowierte Männer, gepiercte und gespickte Jugendliche, Hüte, unter denen geliftete Gesichtsfassaden Schutz suchen.

Julia stößt sich vom kalten Glas der Tür ab. Ich hätte ihm sagen sollen, dass ich als Verkäuferin in einem Kaufhaus arbeite, jetzt allerdings in einer Buchabteilung. Hab gelogen. Und nach seiner Adresse habe ich ihn nicht gefragt.

Akbar zieht noch auf dem Bahnsteig sein Handy aus der Jackentasche. Die Telefonnummer, die er wählt, kennt er auswendig.
Voller Ungeduld schnarrt es durch den Hörer: „ Ja, endlich. Bist du schon in Hamburg? Wir warten auf dich, hier auf dem Hof ist die Hölle los. Wann kommst du in Heide an? Heute morgen noch?“

Ein Regionalzug fährt an Akbar vorbei, Richtung Lübeck.
Ich hätte ihr sagen sollen, dass ich jetzt landwirtschaftlicher Mitarbeiter bin. Ach! Es wäre Blödsinn gewesen, sie wäre ja doch wieder gegangen. Jetzt ist sie Unternehmerin, emanzipiert, eine Frau, die weiß, was sie will.

Julia geht traurig ins Abteil zurück, unter ihren Schuhen kracht eine Pistazienschale. Von ihrem Platz aus sieht sie die Sterne am Himmel verblassen. Sie lösen sich langsam im Morgengrauen auf.
Ein kleiner heller Spalt am Horizont verdrängt die rabenschwarze Nacht.

Anmerkung: 2oooacht ist obige kleine Erzählung entstanden und ich bitte um Großzügigkeit. Ich fühle mich immer wieder etwas unsicher, Eigentexte zu veröffentlichen, denn es gibt so viele wunderbare Erzählungen. Da ich es allerdings schade fände, meine gesamten Texte im Orcus meiner eigenen Dateien verschwinden zu lassen, fasse ich mir ein Herz und veröffentliche mal wieder eine kleine …

Inspirationen gaben mir damals Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun. Im Rahmen einer Weiterbildung mussten wir „Kommunikationspsychologie für Führungskräfte“ erarbeiten. Oh, da kommt mir wieder das Kommunikationsquadrat in den Sinn. Oder die innere Pluralität. Oder der Teufelskreis. Das Vier-Schnäbel und Vier-Ohren-Modell. Soooooviel Theorie. Lässt sich wunderbar lesen, aber in der Realität sieht alles wieder anders aus!

Zu den Sternen zwölf Monde:

brömstrup [8]

schüsse am morgen

herbe klanginstallation

ein kaninchen schmort

brömstrup [6]

so klingt also die absolute stille.
die übrigens so still ist, das die stille die stille verschluckt.

sie rinnt wie durch einen trichter hindurch in eine nächste stille.
zu jeder tageszeit gibt es eine bestimmte art von stille. in der frühen morgenfrühe schläft tatsächlich alles noch. auch die natur. brömstrup kann direkt in sie hineinhören, regelrecht hineinschlupfen, er hört nichts. absolut nichts.

und dann? – ein schuss!

ist der laut seiner phantasie entsprungen?

nein.

denn noch ein knall teilt seinen morgenbiskuit in zwei hälften.

dann ist wieder stille.

beim frühstück.

der schuss, so stellt es sich später heraus, wurde von einem schäfer aus einer schrotflinte abgegeben. kaninchen. für den topf. überall bieten tavernas in der gegend „kaninchen. geschmort“ an. und eigens geschossene kaninchen steuern zum mageren monatsverdienst ein paar euro dazu.
die stille bricht auseinander wie ein kanten brot, wenn zum beispiel wind aufkommt.

erst vernimmt brömstrup ein zischeln, ein kurzes fauchen. wirklich nur kurz.

ankündigung für etwas größeres. das merkt er gleich. aber er realisiert es nicht sofort. erst beim nächsten, längeren schnauben, als servietten und zettelträume vom tisch fliegen und brömstrups badelatschen vom balkon in den garten segeln, erst dann nimmt er ihn ernst. den wind. und dann ist der auch schon richtig angekommen. braust um gemäuer, verfängt sich in balkongitter, saust durch offene treppenaufgänge, pfeift brömstrup regelrecht um die ohren.

nun ist es aus mit der stille.

denkt brömstrup.

doch so plötzlich wie er kam, legt sich der wind schon wieder zur ruhe.

hörst du die stille?

laut. los. weg!

doch pfeifendeckel!

diesmal kündigt er sich nicht mit einem zischeln an. er brüllt gleich um alle ecken, fuhrwerkt durch bougainvillearanken, lässt blütenblätter hoch in den himmel fahren, um dann selbst, aus einiger entfernung zuzusehen, wie ein rosa-lila, regelrechter ozean herabschwebt und den boden bedeckt, den er minuten später auf seine art und weise erneut fegt.

dabei sammelt er aus jeder ecke schäbige tüten aus plastik auf, zigarettenstummel, coffee-to-go-überreste, papierfetzen. „péta“ entziffert brömstrup. péta-fetahersteller grasen auf mageren böden hinter grenzenlosen dünen, in den weiten der stille. erkennt brömstrup.

vertrocknete stranddisteln, herbe thymianbüsche, wilde möhren, strandhafer, seezwiebeln, oregano. ein bester platz der welt in konkurrenz mit konsum. bedenkenlos.

kurze zeit später rollen und hüpfen vor brömstrups füßen auf feinstem sand gedörrte kaninchenköttel. entfernt erinnern sie ihn an ziselierte perlen. oder an winzige muskatnüsschen. flüchtig.

flüchtige sandspuren.
stille zieht stille an.

absolut.

still.

dann nimmt ein ameisenlöwe seine arbeit auf. brömstrup nimmt ihn unterhalb wilder thymiansträucher wahr. ein kleiner schatten. bewegungen im leisen. der hinterleib des ameisenlöwen bohrt sich ruckweise in den sand ein. und? kein grabungslaut!

rieselnd perlt sand immer wieder in den trichter zurück.
der kleine könig von korinth wälzt unermüdlich seinen fels.

so klingt also absolute stille.
die übrigens so still ist, das die stille die stille verschluckt.

sie rinnt wie durch einen trichter hindurch in eine nächste stille.

brömstrup installaliert seine stillen klänge auf papier.

jbs 2tausend18

Nachtrag: brömstrup [6] muss brömstrup [8] lauten.

Die Leere

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Der Zenmeister Sekkyo fragte seinen Mönch: „Kannst Du die Leere fassen?“
Der Mönch bildete mit seinen Händen ein leeres Gefäß.
„Du hast ja gar nichts drin“, sagte Sekkyo unzufrieden.
„Zeig mir einen besseren Weg“, forderte der Mönch den Meister auf. Da packte Sekkyo die Nase des anderen und zog kräftig daran.
„Au“, rief der Mönch. „Du tust mir weh!“
„Das“, sagte Sekkyo, “ ist der Weg, die Leere zu fassen.“

aus: Namiko und das Flüstern von Andreas Séché – Ars Vivendi Verlag, S.16 -17

„Die Ankunft der Bäume“ und Urlaub

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(c) jbs 2tausend16

Nun hatte ich in den letzten Wochen so viele Ansätze unternommen, hier wieder etwas mehr Leben auf die Seite zu bekommen – aber es ist mir nicht gelungen. Dabei gab es einige schöne Bücher, die mich über den Alltag begleitet hatten und die es wert wären, hier besprochen zu werden, wie z.B. das Lyrikbändchen von Svenja Herrmann „Die Ankunft der Bäume“. Sie stellte ihre Gedichte im absolut idyllischen Garten des Ev. Stifts Tübingen 2017 vor.

Ich las vor einiger Zeit eine Aussage zur Dichtung, die gut auf Hermanns Lyrik zutrifft:

„[…] Dichtung verhält sich zu gewöhnlicher Rede wie Singen zum Sprechen, wie Tanzen zum Gehen, wie Festtage zum Alltag. Ihr Grundprinzip, wie das der übrigen Künste, ist Abweichung vom Gewöhnlichen. Selbst dann, wenn ein Künstler sich zum Ziele setzte, das Gewöhnliche als solches darzustellen, müsste er es auf eine ungewöhnliche Weise tun, sonst würde man es nicht als Kunst wahrnehmen. […]“ ( Hans-Dieter Gelfert).

Da ich entschieden zu wenig zu Papier gebracht habe, weil es zuviel *hierundda* im Alltag gab, liegt mein Blog etwas brach. Nun ist erst einmal Urlaub angesagt, danach sehe ich weiter.

Der Urlaub 

Ein Mensch, vorm Urlaub, wahrt sein Haus,
Dreht überall die Lichter aus.
In Zimmern, Küche, Bad, Abort-
Dann sperrt er ab, fährt heiter fort.
Doch jäh, zu hinterst in Tirol,
Denkt er voll Schrecken: „Hab ich wohl?“
Und steigert wild sich in den Wahn,
Er habe dieses nicht getan.
Der Mensch sieht, schaudervoll, im Geiste,
Wie man gestohlen schon das meiste,
Sieht Türen offen, angelweit.
Das Licht entflammt die ganze Zeit!
Zu klären solchen Sinnestrug,
Fährt heim er mit dem nächsten Zug
Und ist schon dankbar, bloß zu sehn:
Das Haus blieb wenigstens noch stehn!
Wie er hinauf die Treppe keucht:
Kommt aus der Wohnung kein Geleucht?
Und plötzlich ist`s dem armen Manne,
Es plätschert in der Badewanne!
Die Ängste werden unermessen:
Hat er nicht auch das Gas vergessen?
Doch nein! Er schnuppert, horcht und äugt
Und ist mit Freuden überzeugt,
Daß er – hat er`s nicht gleich gedacht?-
Zu Unrecht Sorgen sich gemacht.
Er fährt zurück und ist nicht bang.-
jetzt brennt das Licht vier Wochen lang.

Eugen Roth

[magistrale]

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(c) jbs 2tausend17

magistrale
hinter den stationen
alte bilder von dünen
und deichen
unvermittelt
bleibt man
dort zwischen kargen hügeln
allein
beharrlicher abschied
flüchtige ankunft
und immer wieder
kehrt man zurück
zu den fußnoten
der fata morgana
dort pinseln gaukler
bilder auf pfützen
narren führen
hinter das licht
ungeachtet jedoch
passiert ein lichtstrahl
das ziel
hinter den gleisen
ruht der mistral
tritt ein
in das gezirpe der zikaden
in das kecke blau
des himmels
während die ähren
am anderen ende
brennen

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nördliche flugschrift

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nördliche flugschrift

nördliche flugschrift – nur so?

maulwürfe stechen

in see.

entpuppen sich

im licht

der wellen

dicht über dem meeresgrund.

blau –

pause.

 

© jbs 2tausend17