ausdemküchenfensterbeobachtungen

Handnah saß dieser Sperber vor dem Küchenfenster auf einem Ast und vertilgte einen kleineren Vogel. Von seiner Beute blieben nur ein wenig Flaum und das Schnäbelchen übrig; später fand ich die Reste unter dem Baum. Der Jäger fraß, putzte nach dem Mahl seinen scharfen blutigen Schnabel ausführlich an einem Ast und hockte eine ganze Weile regungslos auf seinem Platz. Er tat „unschuldig“. Wartete. Verdaute. Man sah ihm die Verdauung regelrecht an. Dann! Er hob sein Hinterteil, um … naja, um sich zu entleeren, Richtung Nachbargarten.
Geräuschlos sein Abflug.
Kaum war er weg, flogen die ersten kleinen Pieper wie Zeisig, Meise, Kleiber, Finken und Co. wieder an das Futterhäuschen, um sich mit Körnern die Bäuche zu füllen.
#Nahrungskette

[magistrale]

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(c) jbs 2tausend17

magistrale
hinter den stationen
alte bilder von dünen
und deichen
unvermittelt
bleibt man
dort zwischen kargen hügeln
allein
beharrlicher abschied
flüchtige ankunft
und immer wieder
kehrt man zurück
zu den fußnoten
der fata morgana
dort pinseln gaukler
bilder auf pfützen
narren führen
hinter das licht
ungeachtet jedoch
passiert ein lichtstrahl
das ziel
hinter den gleisen
ruht der mistral
tritt ein
in das gezirpe der zikaden
in das kecke blau
des himmels
während die ähren
am anderen ende
brennen

jbs2tausend17

Ausgang – Theodor Fontane

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(c) Hans Ludwig Pfeiffer – Das Versinken im Alter – 1974

Ausgang

Theodor Fontane

Immer enger, leise, leise
Ziehen sich die Lebenskreise,
Schwindet hin, was prahlt und prunkt,
Schwindet Hoffen, Hassen, Lieben,
Und ist nichts in Sicht geblieben
Als der letzte dunkle Punkt.