Bilanz

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[…] das heißt die Abwesenheit der Menschen, die Abwesenheit des Kaisers, die Abwesenheit Gottes, die Abwesenheit der Materie, die Unwirklichkeit der Welt, die metaphysische Leere; das Thema des Stückes ist das Nichts […] die Anwesenheit der Unsichtbaren muß immer greifbarer, immer wirklicher werden (will man dem Wirklichen Unwirklichkeit verleihen, so muss man dem Unwirklichen Wirklichkeit verleihen), bis man schließlich an den Punkt gelangt – der für den Verstand unzulässig, unannehmbar ist –, da das Unwirkliche zu sprechen, sich beinahe zu bewegen beginnt […] das Nichts hörbar, konkret wird“. […]

Eugène Ionesco zu seinem Einakter „Die Stühle“

Obige Aufnahme entstand im April 2016 auf Kreta in einem verlassenen Kloster.

im sessel

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pausenlyrik

im sessel

irgendwann.
im laufe der tage,
wenn letzte Zigaretten glimmen
und rote laternen feurig zucken,
zerfranste farne am mauerrand
zum angelus zittern,
treibt spät aufkommender wind
entferntes lachen an dein ohr
und
tiefer sinkst du
in weiche mulde.

parfümiertes leder goutiert,
im laufe der tage,
vergilbte fahrpläne,
die zwischen deinen fingern
zu bröseln zerfallen,
während
charon geduldig wartet.

aber noch,
noch schläft sein obolus
und du,
du malst schattenspiele
an die wand.

jbs 2ooodreizehn