Hans Ludwig Pfeiffer

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Die Hammelherde ( Ein jeder ein Mensch … in der Masse nur ein Teil einer Hammelherde) 1976 (1997) Hans Ludwig Pfeiffer

[…] Etwa ab 1968 begann Pfeiffer sein Alterswerk, ein völlig neuartiges Œuvre, er „fegt alles, was nach künstlerischen Denkvorschriften aussieht, beiseite“ und entwickelte ohne Rücksicht auf modische Trends einen eigenen Stil. „Er revoltiert im Sinne des Dadaismus, angeekelt von den Lügen seines Zeitalters und des ihm herum vollzogenen Lebens, die er entlarven will.“ Es entstanden Bilder, Plastiken und Objekte, zum Beispiel Die große Blabla-Maschine. Sein Hauptwerk ist das „Evolutionsdrama der Menschheit“ mit dem Titel Theatrum Mundi, „ein satirisch-düsteres Weltpanoptikum […] von neobarocker Sinnlichkeit“ […] weiterlesen hier

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Die „Große Blabla-Maschine“ von Hans Ludwig Pfeiffer ist sein Schlüsselwerk. Im Alter von 67 Jahren schuf er ein Objekt, das als Persiflage auf den Kulturbetrieb zu verstehen ist: eine „Kulturklapper“, die – bei mechanischem Betrieb – dem Publikum das Kunstblabla einhämmert. […]

entdeckt im Wasserschloss Glatt

 

Asparagus

Asparagus

Wenn im Mai bläst Pan die Flöte,
Weil es Wonnemonat ist,
Schießt der Spargel auf vom Beete,
Das gedüngt mit Pferdemist.

Morgens kommen weiße Köpfe
Aus der grauen Erd‘ heraus.
Mittags schleicht schon aus Töpfen
Wundersamer Duft ums Haus.

Ach, welch eine schöne Gabe
Hast Du, Herr, uns da bestellt!
Wenn ich einen Spargel habe,
Habe ich die ganze Welt!

Julie Schrader

pausenlyrik

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(c) jbs 2tausend17

pausenlyrik

im sessel

irgendwann
im laufe der tage
wenn letzte Zigaretten glimmen
und rote laternen feurig zucken
zerfranste farne am mauerrand
zum angelus zittern
treibt spät aufkommender wind
entferntes lachen an dein ohr
und
tiefer sinkst du
in weiche mulde

parfümiertes leder goutiert
im laufe der tage
vergilbte fahrpläne
die zwischen deinen fingern
zu bröseln zerfallen
während
charon geduldig wartet

aber noch
noch schläft sein obolus
und du
du malst schattenspiele
an die wand

(c) jbs

Und ich frage …

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… die Politökonomen, die Moralisten, ob sie jemals die Zahl der Individuen errechnet haben, die zum Elend verdammt sind, zur ungleichen Arbeit, zum moralischen Verfall, zur Unmündigkeit, zur erschreckenden Unwissenheit, zur völligen Entbehrung, zum ewigen Unglück, um einen Reichen zu produzieren. Almeida Garrett
Zitat aus: “Hoffnung im Alentejo” José Saramago