Bachtyar Ali – Der letzte Granatapfel

Viel ist zu diesem Buch, über dieses Buch, geschrieben worden. Und das zu Recht. Nachdem ich es gelesen hatte, meinte ich, sofort wieder von vorn, mit den ersten Seiten, anfangen zu müssen. Selten hat ein Buch bei mir so eingeschlagen, wie dieses hier. Wie schrieb Kafka? „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns“. Ja! Wie Recht er hatte! So was von Recht!

Nach den Romanen „Eine Straße in Moskau“ von Michail Ossorgin und „Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow meinte ich, es würde wohl lange dauern, bis ich ein neues Buch wiederfinden würde, das Qualität, Wärme, Tiefgang, Aktualität und Liebe so zum Ausdruck bringt, dass es mich tief, sehr tief, berührt.

Bachtyar Ali schrieb 2002 in seiner Heimatsprache Sorani ( kurdisch) mit der Erzählung „Der letzte Granatapfel“ Weltliteratur! Der Unionsverlag ließ dieses Buch in deutsche Sprache übersetzen. Die Übersetzung aus dem Kurdischen (Sorani) wurde vom SüdKulturFonds in Zusammenarbeit mit LITPROM unterstützt.

Zum Glück! Denn es wäre uns ein unsagbarer Schatz hinter einer fremden Sprache versteckt geblieben.

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Bildquelle: jpc

Schlicht Weltliteratur – der kurdische Bestsellerautor Bachtyar Ali schreibt einen Roman, dessen Poesie nicht politischer sein kann.
Von Claudia Kramatschek

Erneuerer der kurdischen Literatur

„[…] Manche Bücher benötigen Jahre, bis wir sie in unseren Händen halten. Einmal gelesen, fragt man sich, wie es sein konnte, dass die Welt all die Jahre ohne sie leben konnte. Bachtyar Alis Roman „Der letzte Granatapfel“ ist solch ein Roman – auch wenn der etwas altbacken anmutende Titel das nicht sogleich vermuten lässt. Doch schon mit den ersten Zeilen wird man gefangen von diesem Roman, der poetischer – und zugleich politischer nicht sein könnte. Denn Bachtyar Ali – der große Erneuerer der kurdischen Literatur – nutzt den Zauber des magischen Realismus, um über und gegen die fatale Macht der Politik zu schreiben. Alles beginnt mit einem Mann namens Muzafari Subdham. 21 Jahre war er in Gefangenschaft. […]“

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Tränendes Herz – Eine Pflanzenstaude, die jedes Jahr wieder neu aus der Erde treibt und blüht. Unbekannterweise dem Autor Bachtyar Ali gewidmet, der mit seinem Buch „Der letzte Granatapfel“ für mich Weltliteratur schrieb.

 

 

Weihnachtscollage

Weihnachtscollage. Auch mit Iro. Nie! Geständnisse einer Blockflöte. Nächtliches surren eines Routers. Heute Abend kam am Rande die Meldung, dass in Somalia das Weihnachtsfest verboten wurde.

„!:>?!:?!!“

Meine Rose von Jericho wird morgen übrigens blühen. Kontinente verschieben sich. Brunch in der Kaffeemühle. Willkommen! Platz ist in der engsten Hütte. Herr Fichte schaut entzückend entsetzt auf sein Display: 25 Millionen Verdienst mit einem rund geschneidertem Leder! Und streiten Sie ruhig an Weihnachten! Aber richtig! Apps helfen beim Stressabbau. Ich habe mich dem Leben nie entzogen. Tür auf! Und raus! Wir sind die Zeit! Aussteigen auf der nicht stillen Station und keine winterfesten Zelte. Und dann. Wieder auf der Straße. Die Bahnen fallen wegen dauernder Störungen aus. Und überall ist alles anders! Nur der Himmel nicht. Jeder ist so lang zum Leben verdammt, wie sein Name noch auf dem Passport erscheint. Ich! Ich bin ein Dieb und stehle Erinnerungen. Schreibe sie auf. Christrosenweiß. Hörst Du das Pfeifen der Vögel? Das Rauschen der Zirben?

Es lebe die Würde!

Es lebe die Wut!

Wir leben!

Auftritt! Stille – Immer noch Stille.

Hörst Du sie?

Ein kurzes Zögern zwischen nicht und noch nicht ganz. Zu Ende gebaut ist nie! Reich mir die Hände!  Und? Flieg!

Manchmal – manchmal lässt man beim Gehen etwas zurück. Und wo man lacht, da ist man zu Hause.

Manchmal.

Manchmal denke ich, alles ist nur ein Traum. Warum entdecke ich nicht, wo Vineta liegt? Dort, am freundlichen Strand der Heimat. Weil? Weil man immer den Schoss mit der Sehnsucht verlässt. Ja!

Ja, es kommt der Tod. Mit großen Worten.

Aber vorher! Vorher lebe ich!

Und!

Und meine Rose von Jericho wird morgen blühen!

(c) jbs 2ooofünfzehn

All meinen Bloglesern und Blogleserinnen wünsche ich friedliche, zufriedene und gesunde Feiertage zum Jahreswechsel! Herzlichen Dank für Ihr Interesse an meinen Beiträgen! Ich freue mich sehr über die positive Resonanz, wenn auch im öffentlichen Kommentarbereich Flaute herrscht. Aber das „Hinter der Bühne“ zählt!

Und kennen Sie das auch, Sie hören eine Musik und kennen jeden Ton. Einfach jeden! Im Kopf zirpt es nach hier und nach da. Im voraus. So geht es mir mit dem Stück Concerto in C-Minor RV 441 von Vivaldi; Frans Brüggen spielt auf der Blockflöte.