Jan Wagner – achtzehn pasteten – 9(empanada)

aus: „Geh aus, mein Herz“ Gedichte über Fernweh und Reiselust
Diogenes Verlag, 2019, Seite 33

Jan Wagner
achtzehn pasteten
9 (empanada)

es war nicht afrika, es war ein fels
im wasser, wie sie sagte. allenfalls.
im rückspiegel weiße dörfer, träge
wie gletscher – und der himmel leicht, als trage
er sich von ganz allein. im rückspiegel die sierra
mit ihren gipfeln, eine sure
von korkeichen darunter. wie ihr haar
im fahrtwind tobte. und voraus das meer,
der strand, den es bejaht, verneint.
es war kein fels, es war ein kontinent.

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ausdemküchenfensterbeobachtungen

Mein Yoga-Specht ist von Haus aus ein Buntspecht, der mit Partner/in täglich zur Futteraufnahme die Meisenknödel aufsucht. Bewundernswert ist seine akrobatische Fähigkeit, im Gehölz zu klettern. Nichtsdestotrotz – ein paar Stolperer, weil er es zu eilig hatte, z.B. im Rückwärtsgang zur Körnerquelle zu kommen, gab es immer wieder. Das ließ sich leider nicht mit dem Fotoapparat festhalten, aber die Vorstellung jener Vorstellung lässt sich mühelos jederzeit wiederholen. Die Lacher auch.
Und so dermaßen dicht habe ich noch nie ein schwarzes Eichhörnchen zu Gesicht bekommen. In Erinnerung war mir, gelesen zu haben, dass die schwarzen Eichhörnchen die roten Eichhörnchen aus ihrem Lebensraum verdrängen würden. Es gibt dazu auch eine Gegenmeinung. Wie sich das nun richtig verhält, kann ich leider nicht beantworten. Aber vielleicht weiß ein/e Leser/in mehr über diesen possierlichen Nussknacker.
Nüsse gibt es übrigens unterhalb der Vogelfutterstelle in rauen Mengen, da das Vogelhäuschen samt Meisenknödelsäule in direkter Nachbarschaft zu einem Hasel steht.
Der Vollständigkeit halber zähle ich noch die Vögel auf, die auch Hunger haben und sich daher sehr oft zum Magen füllen blicken lassen:
Kohlmeisen, Blaumeisen, Tannenmeisen, Amseln, Buchfinken, Rotkehlchen, Stieglitze, Grünfinken, Erlenzeisige, Dompfäffe, Grünspecht, Mittelspecht, Buntspechte, Spatzen, Kleiberpärchen, Eichelhäher.
Wenn ich so aufzähle, es kommt eine schöne Vogelvielfalt zutage. Mal schauen, wie viele bunte Federbesitzer über den Winter zu Besuch kommen werden.

Yoga-Specht

Yoga-Specht im November 2019 (c) jbs

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Schwarzes Eichhörnchen (c) jbs

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Yoga-Specht im November 2019

Adebar

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jbs 2tausend19 Früher hatte der Storch den Spitznamen Adebar. Und warum? Der Name setzt sich zusammen aus dem althochdeutschen „Auda“, das bedeutete Glück, und der Endsilbe „bar“, die „bringen“ oder „tragen“ bedeutet. Adebar – also der Glücksbringer. Quelle: SWR – Wissen; 11.04.19

Woher kommt die Geschichte mit dem Klapperstorch?