Die Höhlenkinder

Die Höhlenkinder

Bildquelle: Internet


Die „Höhlenkinder“ war 1971 oder 1972? mein erster dicker „Schmöker“. Ich wollte dieses Buch unbedingt. Nur gab es in den siebziger Jahren nicht viel Geld in einem siebenköpfigen Haushalt, um „einfach“ nur mal so ein Buch zu einem Preis von 19,80 DM zu kaufen. Was blieb mir also übrig?
Ja!
Weihnachten!
Geschenk-e gab es dann eben nicht. Sondern nur das eine Geschenk: „Die Höhlenkinder“.
Ich habe in Erinnerung, in dem Buch so lange gelesen zu haben, bis ich nach Seite 418 nur noch die Übersichtskarte des „Heimlichen Grundes“ vor mir lag und ich danach tage-, nein, wochenlang im Hochtal des Sengsen-Gebirges lebte.
Das Höhlenkinderbuch besitze ich nach 46 Jahren noch immer – der Umschlag ist ziemlich zerfleddert, die Buchstaben sind jedoch immer noch gut zu lesen.
jbs

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smile

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Smile, though your heart is aching
Smile, even though it’s breaking
When there are clouds in the sky
you’ll get by
If you smile through your fear and sorrow
Smile and maybe tomorrow
You’ll see the sun come shining through
for you

Light up your face with gladness
Hide every trace of sadness
Although a tear may be ever so near
That’s the time you must keep on trying
Smile what’s the use of crying
You’ll find that life is still worthwhile
If you’ll just
Smile

Text-und Filmquelle

Die weltbeste Geschichte vom Fallen – Daniel Faßbender

Die weltbeste Geschichte vom Fallen von Daniel Faßbender
Roman
Es bleibt die weltbeste Geschichte vom Fallen.
Mir gefällt das Buch ungemein gut. Daniel Faßbender erzählt die Geschichte eines jungen Erwachsenen, der auf der Suche nach Wurzeln, Zugehörigkeit, Ankommen und Verantwortung ist und diese bei der Ausübung des Extremsports „Roofing“ finden will.
Erfrischend lässt Faßbender den dicken Karlsson vom Dach dabei wieder aufleben – auch dies gefällt mir ungemein, denn den moppeligen, selbstsüchtigen Fleischklößchenesser mag ich bis heute immer noch sehr. Und in diesem Buch kann man endlich mehr erfahren, was aus dem Zimtweckenfreund geworden ist.
Im Vordergrund steht allerdings eine besondere Beziehung zu einer Frau und der immer wiederkehrende Drang (seine Sucht), über die Dächer der Stadt Stockholm und sogar Wladiwostoks zu roofen.
Und was für ein gelungenes Ende!
Ja, es bleibt dabei: Es ist die weltbeste Geschichte vom Fallen!
Filmtrailer auf youtube:
 
Zitat Klappentext: […] Auf der Suche nach Weite und Freiheit verbringt ein junger Roofer einen großen Teil seiner Zeit auf den Dächern von Stockholm. Er klettert auf Türme und Brückenpylone und erkennt erst, als er zu fallen droht, dass diese Suche auch eine Flucht vor seinen Problemen und das Wesentliche in seinem Leben etwas ganz anderes ist.
Glänzend geschrieben und extrem spannend.
Mirabilis Verlag
ISBN 978-3-9818484-6-5

[…] Mein Fräulein! sein Sie munter […]

Am 27. August 2009 veröffentlichte ich meinen ersten Haiku auf Twoday , einem Plattformanbieter aus Österreich. Ende diesen Monats wird Twoday seine Dienste einstellen und somit verschwindet ein interessantes Medium aus dem wewewe. Schade!
Da ich mit der PC-Software nicht richtig vertraut bin, werden all meine Beiträge, Bilder, Buchbesprechungen, Gedanken …, die ich auf lou-salome veröffentlicht hatte, für immer verschwinden. Ich habe von meinen Eigentexten wohl Kopien gemacht, allerdings unformatiert. Vielleicht schaffe ich es irgendwann einmal zeitlich, diese hier einzupflegen. Vielleicht. —

Heinrich Heine stellte so schön fest:

Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.

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(c) jbs 2tausend18 Südküste Kreta bei Trio Petra

Und das habe ich mit diesem Blog ja schon geschafft. Es geht weiter!

 

[ Sonnenverschlupfer ]

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(c) jbs 2tausend17 „Ein Sonnenverschlupfer“

Heinrich Heine

Das Fräulein stand am Meere

Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang.

Mein Fräulein! Sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.

(1844)

brömstrup [5]

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brömstrup [5]

brömstrup ist dieser tage sehr nachdenklich. könnte er doch nur an all die farben gelangen, die hinter trüben scheiben in wildem durcheinander verstauben. an ihren einst bunten kopfbedeckungen in rot, grün, gelb oder blau nagt unaufhaltsam der rost. brömstrup würde im nu die deckel abschrauben, den flüssigen flascheninhalt auf eine palette verteilen, mischen. forsch schwingt brömstrup imaginär den quast und mit wenigen pinselstrichen hinterlässt er lichtspuren auf düstere weltbilder. erst koloriert brömstrup verdorrte gärten. danach baut er ruinen auf. zu neuer schönheit. pflanzt mit feinen schwüngen feigen, datteln und oliven. und voller sanftheit haucht er in einer anmutigen tonlage, die an schuberts Serenade denken lässt, mit der farbe der sonne, das lachen in gesichter zurück.

jbs 2tausend16

Rattenlinie – Buchbetrachtung

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Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Martin von Arndt vermischt in seinem neuen Roman „Rattenlinien“, erschienen im ars vivendi verlag, 2016, anhand von Literatur-und Archivstudien, Fakten und Fiktion.

In Form eines Politthrillers zeichnet er hochspannend die heimliche Alpenüberquerung eines Nazis nach, dem, wie Tausenden von Nationalsozialisten vor über siebzig Jahren diese Flucht sogar bzw. auch mit Hilfe der Katholischen Kirche gelang.

Die von den US-amerikanischen Geheimdiensten als „Rattenlinie“ bezeichnete Fluchtroute über Südtirol nach Rom oder Genua und von dort weiter nach Argentinien, Bolivien oder Syrien gab dem Roman seinen Titel.

Verfolgt wird ein flüchtender Massenmörder von einem in die Jahre gekommenen Kommissar, dessen ehemaligem Assistenten sowie einem Special-Agent aus Amerika. Ein klirrend kalter Winter erschwert nicht nur die Flucht sondern auch die Verfolgung im Hungerwinter 1946 auf 1947.

Hilfe für NS-Täter und Verurteilte

[…] Die Bereitschaft, mit der Vergangenheit abzuschließen und den NS-Sündern zu verzeihen, war derartig großzügig, dass katholische Würdenträger hauptverantwortlichen Nationalsozialisten zur Flucht nach Südamerika verhalfen. Der bekannteste Fluchthelfer war der österreichische Bischof Alois Hudal […]. Er baute ein umfangreiches Netzwerk aus und besorgte Unterschlupf für mehrere hochrangige NS-Täter und Verbrecher des kroatischen Ustascha-Regimes. Sie flüchteten über die Alpen nach Rom, wo sie falsche Pässe bekamen, von dort, immer wieder versteckt in Klöstern, nach Genua, um mit dem Schiff nach Südamerika zu entwischen. Die Liste der Personen, die über die „Kloster- oder „Rattenlinien“ gerettet wurden, ist lang und erschreckend. Adolf Eichmann, Josef Mengele, Walter Rauff, Klaus Barbie, Erich Priebke, Erich Müller […].

Einige von ihnen wurden später aufgespürt, Eichmann 1960 in Argentinien und Barbie 1983 in Bolivien, und vor Gericht verurteilt. Insgesamt konnte rund 300 Tätern dieses Kalibers zur Flucht verholfen werden, auch durch Fluchtwege der CIA, weil man im Kalten Krieg die Expertise mancher Deutscher brauchte. […]1

Gesuchte Kriegsverbrecher reisten also mit Pässen des Roten Kreuzes aus, die zuvor von Priestern beglaubigt worden waren. Verkleidet als Mönche entkamen viele auch über eine Kette verschwiegener Klöster nach Spanien – und von Barcelona in alle Welt.

Rollentausch

Diensteifer, Hass und Löcher in den Köpfen der Nationalsozialisten waren bodenlos. Und als am Ende die Zeche fällig wird, in der Stunde des Erwachens2 hat von Arndts Antagonist Gerhard Wagner sich dazu entschieden, wie viele tausende seiner Gesinnungsgenossen übrigens auch (s.o.), seinen Opfern den Rücken zu kehren und abzudampfen.

Wagner tauscht seine Rolle des Verbrechers, des Massenmörders und Täters in die Rolle des Opfers: Wagner wird Flüchtender, ein Gejagter, ein Heimatloser, ein Kranker.

Fanatismus

Schaut man auf die inhaltliche Ausrichtung des Fanatismus, erstreckt sie sich praktisch auf alle Lebensgebiete. Sie kann uns überall dort begegnen, wo eine starke Bindung an eine Sache herrscht und hohe Begeisterung weckt. Das sind nicht nur religiöse oder politische Fanatismus-Strömungen, es gibt auch den klassischen Gerechtigkeits- oder Wahrheitsfanatismus sogar einen Ernährungs- oder Sportfanatismus.

Während auf der einen Seite des Romans fanatische Kriegsverbrecher versuchen, sich aus ihrer Verantwortung zu stehlen, nimmt auf der anderen Seite der Protagonist Kommissar Andreas Eckart Eckart unbeirrt die Nazijagd auf. Obwohl er während einer kurzen Gefangenschaft durch die Ustascha schwer misshandelt wird, spürt er trotzdem weiterhin Wagner nach. Als er sich eine frische Wunde als Erkennungszeichen3 mit einem heißen Schürhaken in den rechten Oberarm einbrennt, um „die gleiche frische Wunde, die in diesen Tagen alle SS-Männer besaßen“4 vorzeigen zu können, sollte er in die Hände CIC ( Heeresnachrichtendienst der USA) fallen, habe ich das Gefühl, dass Eckarts Gerechtigkeitssinn fanatische Züge annimmt. Doch an die vorherigen Romanseiten erinnernd, auf denen die zentrale Figur Eckart als ein ausgesprochener Menschenkenner und tragischer Berufsheld beschrieben wird, löst sich der Verdacht auch schon wieder auf.

Lyrische Naturbetrachtungen

Dieser Roman ist ein kleines Schatzkästchen für lyrische Naturbetrachtungen. Sei es die Sonne, die zu einem kleinen Klumpen Titanweiß geschmolzen ist und über der Landschaft ein Geruch von Rauch und vergorener Milch liegt. Oder der Kaffee, der nach Erbsen und Speck schmeckt. Oder die optisch-akkustische Beobachtung während eines Eisnebels. Wunderschöne Bilder!

Fazit

Mit spannenden und rasanten Verfolgungen, tragischen Verbrechen bis hin zum Mord, dialogbespickt und mit unglaublich schönen Naturbildern, ist ein absolut lesenswerter Roman entstanden. Voll mit Kritik gegen Ungerechtigkeiten in der Welt, nicht nur zur Zeit der Rattenlinien, die einen manchmal an den Rand der Verzweiflung treiben, aber dann wieder zurückholt mit Zeilen wie diesen:

[…] / Denn wenn die Nacht vergangen ist / Wirst du sehen, dass ihr Sonnenschein folgt / Ein neuer Tag wird kommen // Die Welt wird in goldener Pracht erglänzen / Bald werden wir vergessen, dass der Himmel grau war / Und wie in einem schönen Märchen / Wird ein neuer Tag kommen. (Zitat aus „Rattenlinien“)

Meine Leseempfehlung: Lesen Sie! Unbedingt!

1Zitiert aus: Olaf Blaschke „Die Kirchen und der Nationalsozialismus“, Reclam Sachbuch 2014, Seite 236-237

2Zitat aus: Boualem Sansal „Das Dorf des Deutschen“, Merlin Verlag,1991, Seite 274-275

3Wikipedia: Die Blutgruppentätowierung war ein Kennzeichen der Mitglieder der SS-Verfügungstruppe, der SS-Totenkopfverbände und später des größten Teils der Waffen-SS. Ursprünglich zur Erleichterung medizinischer Hilfe gedacht, wurde es in der Endphase des Kriegs oder nach Kriegsende eine Hilfe, wenn es darum ging, untergetauchte Angehörige der Waffen-SS – die sich oftmals als gewöhnliche Wehrmachtssoldaten ausgaben– zu identifizieren.

4Zitiert: Martin von Arndt „Rattenlinien“ ars vivendi Verlag, 2016, Seite 284