Zeig mir deinen Schnabel und …

… ich sage dir, was du frisst.

Wer Vögel ganz genau beobachtet, wird sofort wissen, was auf ihrem Speisplan steht.

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jbs 2tausend18 Schaukasten Nabu-Naturzentrum Katinger Watt

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Pinzettenschnäbel gehören den Weichfutterern. Typisch ist ein länglich spitz zulaufender Schnabel. Er funktioniert wie eine Pinzette und hilft Vögeln nach Beeren, Würmern usw. zu picken. Da wären z.B. Rotkehlchen, Stare, Spechte, …

Kompaktschnäbel. Mit diesen Schnäbeln lassen sich sehr gut Körner, wie Sonnenblumenkerne oder Hanfsamen knacken. Meisen und Spatzen beherrschen das ganz gut. Aber auch Zeisige und Buchfinken.

Löffelschnäbel. Mit solch einem Schnabel können die Wasservögel sehr gut den Teich bis auf den Grund nach Futter absuchen. Der Schnabel wird zum Löffel, der Insekten und Pflanzen aufsammelt.

Hakenschnäbel. Greifvögeln und Eulen besitzen solche Schnäbel. Mit ihren scharfen Schnabelkanten und dem gebogenen Haken können sie hervorragend Beute wie Mäuse und Kleingetier töten und zerkleinern.

watt, würmer, wonne

NDR.de „Naturschönheit hinterm Deich – Katinger Watt“

Der Beobachtungsturm im Katinger Watt darf aus Sicherheitsgründen derzeit nicht bestiegen werden. Daher wichen wir auf das Nabu-Naturzentrum Katinger Watt aus. Im und um das Lina-Hähnle-Haus erwartete uns eine zauberhafte Idylle. Hinter diesem Link kann man auf Entdeckungsreise gehen.

Und nur ein paar Schritte weiter, auf der Deichkrone stehend, konnte man unendlich weit über das Wattenmeer schauen. Wieviele Wattwürmer dort wohl täglich buddeln?

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Heinz Erhardt, mehrmals im Nabu-Zentrum zitiert, wusste auch über das Befinden von Wattwürmern zu berichten:

Wattwurms Erwachen
Mitten in der dunklen Nacht
ist der Wattwurm aufgewacht.
Das Watt lag still, er fragte sich:
„Herrjemineh, was weckte mich?
War es des Mondes trübes Licht?
Nee, das war es sicher nicht.
War es des Leuchtturmwärters Singen?
Das kann nicht bis hier draußen dringen.
War es der Deich mit seinen Schafen?
Nein, dabei kann ich prima schlafen.
War es des Austernfischers Schrei?
Quatsch, der wär´ mir einerlei.
War es der Ruf des Kabeljaus?
Nee, ich glaub, das schließ´ ich aus.
Ist eine Scholle am verrecken?
I wo, das würde mich nicht wecken.
Dann war es etwa gar der Butt?
Der macht den Schlaf mir nicht kaputt.
So keift der Aal des Nachts durch´s Watt?
Ach was, den überhör´ ich glatt.
Oder der Hummer, der oft stöhnt?
An den hab´ ich mich längst gewöhnt.
Es war nicht Dorsch, auch Flunder nicht,
Und ich bin müde im Gesicht.
Doch drunt´ im Bauch spür ich ´ne Ecke,
denn mit dem Sand fraß ich ´ne Schnecke.
Dann wird´s wohl Magengrimmen sein!“
Dacht´ sich der Wattwurm –
Und schlief ein.
Heinz Erhardt