brömstrup [9]

brömstrup [9]
vor zwei uhr mittags im september stiefelt brömstrup durch den wald gen imker in den nachbarort. die luft ist ruhig. und brömstrup ohne hut. weit voraus schweift sein auge, erhascht ab und zu den wächter des waldes. blau schillern dessen federchen am flügelbug. kein zweifel. es ist der gescheite waldvogel, der ihn beobachtet, begleitet. es ist der hervorragende imitator verschiedenster vogelstimmen. ein eichelhäher. immer wieder kreuzt er brömstrups weg. brömstrup blinzelt. sonnenstaub kitzelt seine nase, während sein blick gen laubdach steigt. und dabei entdeckt er erstaunlich schönes. über und übervoll hängt es von den baumkronen. blattgold. in hülle und fülle. herbst steigt über die zäune und golden schimmert die ferne.
jbs 2tausend19

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Täuschung.

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Diese Beobachtung war schon etwas Besonderes. Es ist eine Spiegelung in einem sehr großen Fenster. Im unteren Teil ist Wasser, das Meer. Im oberen Teil erkennt man gut die ruhende Rinderherde. Wie abgehoben. Links im Bild lugt der Rest einer großen Klippe hervor. Real sah es so aus, das die Kühe links auf der Klippe auf einer Weide wiederkäuten. Und im jetzigen Kuh-Bildbereich lag der Himmel.

 

 

spektakulum

wolkenspektakulum

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jbs zweitausend19

Man spricht von Wetterschicht, wenn von Troposphäre die Rede ist. In der Troposphäre sind etwa 90 Prozent der gesamten Luft sowie beinahe der gesamte Wasserdampf der Erdatmosphäre enthalten. In diesem Raum spielt sich ein Großteil des Wetters ab.
Es können eindrucksvolle und gigantische Wolkengebirge entstehen. Obiges Spektakel habe ich am 13. August ’19 aufgenommen.

Manaraga

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jbs 2tausend19 Skelling Island stellvertretend für Manaraga

Es ist schlecht bestellt mit unserer Gesellschaft und Erde im Jahr 2037.

In dem dystopischen Roman „Manaraga – Tagebuch eines Meisterkochs“, KiWi-Verlag, 2018, erzählt Vladimir Sorokin, bedeutendster zeitgenössischer Schriftsteller Russlands, vom Book’n Griller Geza, dessen geniale Kochküste ihn in die Haute Volee der Welt führt.
Später wird Sorokin ihn auf ein Himmelfahrtskommando schicken, mit dem Auftrag, eine Molekularmaschine zu zerstören. Diese Maschine steht in einer Höhle im Manaraga-Gebirge („Kreuz Russlands“, Uralgebirge) und stellt im Sekundentakt Millionen „Ada“ – Buchklone her ( Vladimir Nabokov „Ada“, 1969). Diese Klone sollen den Weltmarkt fluten. Der Erfinder der Maschine will nämlich im Book’n Griller – Geschäft kräftig mitmischen.

Das Besondere dieser Grillveranstaltungen liegt im Verbrennen alter Bücher (-seiten), auf kriminellem Weg aus Bibliotheken, Sammlungen oder Museen gestohlen, denn … es gibt im Jahr 2037 keinen Buchdruck mehr.
Gutenbergs Druckmaschinen stehen schon lange still. Digitale Kommunikation ist die Wahl zur Verständigung. Hologramme erscheinen aus dem Nichts in der Luft, um zu beschreiben und um Inhalte verständlich zu machen.

Jimmy Durante, ein US-amerikanischer Komiker (1893 – 1980), beschrieb den Jetset als Leute, die immer vor dem Problem stehen: Party oder Ferien. In eben dieser Gesellschaft findet sich Meisterkoch Geza wieder – astronomische Vergütungen honorieren in der Regel seine Kochkunst.

Sorokin ist mutig. Gegenüberstellungen von völlig entgleisten (materiellen) Reichen und armen bis ärmsten Menschen aus der unteren Gesellschaftsschicht, u.a. verdeutlicht durch eingeflochtene Tolstoierzählungen, üben Kritik an gegenwärtlichen Politikstilen.

Letztendlich ist es doch so, wie Lew Tolstoi es in seiner Parabel „Wieviel Erde braucht der Mensch“ (übrigens eine von mir immer wieder gern gelesene Erzählung) schreibt […] Der Knecht nahm die Hacke, grub Pachom ein Grab, genau so lang wie das Stück Erde, das er mit seinem Körper, von den Füßen bis zum Kopf, bedeckte – sechs Ellen -, und scharrte ihn ein […].

Sorokins Roman ist aus phantasievollen Collagen zusammen gesetzt. Dieser Stil bricht die herkömmliche Art des Erzählens auf. Das gefiel mir sehr gut.
Vermisst habe ich jedoch weibliche Personen in dem Roman. Die kommen so gut wie gar nicht vor. Das hat mich schon verwundert – will Sorokin damit andeuten, dass obig beschriebene Welt einzig und allein nur in einem Patriarchat möglich ist?

Viele Kritiker haben in den letzten Monaten über „Manaraga“ geschrieben. Daher führe ich meinen Leseeindruck nicht weiter aus.
Wer allerdings Interesse auf mehr hat und das Buch noch nicht gleich kaufen möchte, der findet hier  
eine gute Buchbesprechung 

Ein Erzählergenie ist unterwegs und zum Glück hat er (hoffentlich) noch keine Lust zum Pausieren!

jbs 2019