Erich Fried – Meer

Meer

Wenn man ans Meer kommt
soll man zu schweigen beginnen
bei den letzten Grashalmen
soll man den Faden verlieren

und den Salzschaum
und das scharfe Zischen des Windes
einatmen
und ausatmen
und wieder einatmen

Wenn man den Sand sägen hört
und das Schlurfen der kleinen Steine
in langen Wellen
soll man aufhören zu sollen
und nicht mehr wollen wollen
nur Meer

Erich Fried 1921 – 1988

Puten im Rampenlicht

Das war eine ganz besondere Begegnung! Die zwei Puten stolzierten in aller Ruhe über eine Straße in der Nähe des Kaps von Trio Petra, pickten hier, tranken dort, um dann endlich nach der Überquerung des Asphalts auf ein Mäuerchen zu fliegen. Im Federrücken die warme Wand einer kleiner Kapelle. Nachts, auf der Rückfahrt, saßen die zwei immer noch auf der Mauer und wenn man sie nicht schon am späten Nachmittag gesehen hätte, die Phantasie wäre mit mir durchgegangen.