Grönemeyer – Sekundenglück

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jbs 2tausend18 Garphyttans Nationalpark . Schweden

Lyric zu „Sekundenglück“ von Herbert Grönemeyer

Der Tag ist alles außer gewöhnlich
und leider gibt es auch kein Problem
ich sehe mir heute verdammt ähnlich
und irgendwie finde ich das auch schön

Es hat genau die richtige Kühle
Aus einem Guss und bewundernswert
Es ist die Stille der Gefühle
Ein lauer Sommer, der durch mich fährt
Ein lauer Sommer, der durch mich fährt

Und Du denkst, Dein Herz schwappt Dir über
Fühlst Dich vom Sentiment überschwemmt
Es sind die einzigartigen tausendstel Momente
das ist, was man Sekundenglück nennt

An dem Tag, wenn Du kommst
wirds regnen
der Frühling in mir bricht sich die Bahn
Du wirst mit Zauber mir begegnen
und auf Verdacht lass ich das Licht schon mal an

Und Du denkst, Dein Herz schwappt Dir über
Fühlst Dich vom Sentiment überschwemmt
Es sind die einzigartigen tausendstel Momente
das ist, was man Sekundenglück nennt

Es schiebt an, alles leicht
Es schiebt an, alles weit
Es weckt in Dir
Dein Lebenselixier
Es schiebt Dich ganz leicht

Und Du denkst, Dein Herz schwappt Dir über
Fühlst Dich vom Sentiment überschwemmt
Es sind die einzigartigen tausendstel Momente
das ist, was man Sekundenglück nennt

Und Du denkst, Dein Herz schwappt Dir über
Fühlst Dich vom Sentiment überschwemmt
Es sind die einzigartigen tausendstel Momente
das ist, was sich Sekundenglück nennt

Sekundenglück – Herbert Grönemeyer – you-tube

Das Ideal – Kurt Tucholsky

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(c) jbs 2tausend16 – Pfahlbautenmotiv Unteruhldingen Bodensee

Kurt Tucholsky

Das Ideal

Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.

Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve –
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.

Im Stall: Zwei Ponies, vier Vollbluthengste,
acht Autos, Motorrad – alles lenkste
natürlich selber – das wär ja gelacht!
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Küche – erstes Essen –
alte Weine aus schönem Pokal –
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
Und noch ne Million und noch ne Million.
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

Ja, das möchste!

Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten –
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

Etwas ist immer.
Tröste dich.

Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Daß einer alles hat:
das ist selten.

(1927)